Wir sind alle Griechen

“wenn die Demokraten die Regulierung der Staatsschulden verlangen, verlangen die Arbeiter den Staatsbankrott”
(Marx, Karl, MEW 7, Ansprache der Zentralbehörde an den Bund vom März, S.253, Berlin, 1960)

750 Milliarden Euro an Rettungspaketen stellen die europäischen Regierungen den strauchelnden Euroländern, insbesondere Griechenland für die Refinanzierung ihrer Schulden zu Verfügung. „Die Märkte applaudieren“ schrieb die FTD am nächsten Tag und lobte die Rettungspakete, wie das Umschwenken der Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die ab sofort Staatsanleihen aller europäischen Länder aufkauft, um deren Preis (d.h. Zins) niedrig zu halten.

Gekoppelt an die Kredite, verlangen die europäischen Länder in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfond (IMF) massive Einsparungen. Die sozialdemokratische Regierung unter Giorgos Papandreou hat jetzt schon ein massives Kürzungsprogramm bei den öffentlichen Ausgaben durchgesetzt und stimmte auch weiteren Strukturanpassungsprogrammen zu. Diese Programme sehen jedoch keine Besteuerung der Vermögen und hoher Einkommen oder eine radikale Reduzierung der Rüstungsausgaben vor, sondern eine Erhöhung des Renteneintrittsalter von 53 Jahren auf 67 Jahren, eine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer in diesem Jahr (von 21% auf 23%) sowie massive Einsparungen im öffentlichen Dienst (Kürzung des 14. Monatsgehalt, Streichung des Weihnachtsgeld sowie Lohnkürzungen um 8%).

Schaut man sich diese Sparmaßnahmen an, so erkennt man, dass vor allem kleine und mittlere Einkommen belastet werden, große Einkommen unangetastet bleiben. Diese Kürzungen während einer Weltwirtschaftskrise werden zu einer noch größeren Rezession führen und können am Ende zu einer Depression anwachsen. Schon jetzt, mit Beginn des ersten Sparkurses sind die Aussichten düster. Ökonomen gehen von einer Schrumpfung der griechischen Wirtschaft von 0,5% bis 1% aus. Gleichzeitig verlangen die Kreditgeber das Staatsdefizit von derzeit 13% auf 3% zu senken und ein deutliches Wachstum von 3% aufzubauen. Man erkennt, wie damals auch in Mexico und Argentinien, dass Hellas in einer doppelten Falle steckt. Einerseits ist das Land überschuldet und gleichzeitig wird das Wirtschaftspotenzial durch das „Zwangssparen“ deutlich geschwächt. Bis 2015 braucht das Griechenland mehr als 140 Milliarden Euro für 33 fällige Staatsanleihen mit insgesamt rund 92 Milliarden Euro Zinsen, was rund 232 Milliarden Euro Refinanzierungsbedarf ausmacht. Die Kredite wird Griechenland nicht zurückzahlen können und das Rettungspaket ist mehr eine Vertagung des Problems als eine Lösung.

Die Frage, die sich nun stellt ist, warum die EU zu Hilfe springt? Welches Interesse gibt es für die deutsche Regierung dem Rettungspaket zuzustimmen, wenn die Rückzahlungen der Kredite mehr als unwahrscheinlich sind? Natürlich liegt die Stabilisierung des europäischen Binnenraums auch in deutschem Interesse, wobei es wohl eher handfeste ökonomische Interessen der hegemonialen Kapitalfraktionen waren, die die Schwarz-Gelbe Bundesregierung zu diesem Schritt getrieben haben.  Denn was wäre gewesen, wenn Griechenland zahlungsunfähig geworden wäre?

Es sind nämlich gerade deutsche Bankinstitute, die durch eine Griechenlandpleite in die Bredouille gekommen wären, noch dazu gerade diejenigen, die schon vor rund einem Jahr mit massivem Kapitaleinsatz gerettet werden mussten. So hält etwa die Hypo Real Estate nach Angaben der FTD griechische Staatsanleihen von rund 7,9 Milliarden Euro, die WestLB im Wert von rund 1 Milliarde und die Commerzbank rund 3,1 Milliarden. Insgesamt sind deutsche Banken mit rund 31 Milliarden Euro, als zweitgrößter Investor in Griechenland aktiv.

Die Abschreibung dieser Werte hätte ein weiteres Beben im Bankensektor ausgelöst, was das Risiko eines Exodus des Finanzmarktes und damit auch der Weltwirtschaft bedeutet hätte. Die Bundesregierung und auch die anderen europäischen Regierungen hatten gar keine andere Wahl als die immer noch sehr instabilen Banken vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Intention der Regierungen war also weniger die Rettung Griechenlands als die Rettung ihrer eigenen Banken. Das Rettungspaket war somit ein zweites Bankenrettungspaket. Die Idee dahinter ist also, mit der geordneten Staatspleite Griechenlands zu warten, um dadurch Zeit für die Stabilisierung des Bankensystems zu gewinnen.

Das Sparprogramm für Griechenland, sowie die monetaristische Ausweitung des Kredits bringen ohne eine wirkliche Umstrukturierung der Wirtschaft und eine deutliche Regulierung des Finanzmarktes wenig, sondern würgen den Konjunkturmotor gleichzeitig ab. Griechenland wird totgespart.  Eine Alternative zu diesem Schrumpfen ganzer Volkswirtschaften wäre die Ausrichtung der griechischen Wirtschaft auf eine moderne Dienstleistungsökonomie, bei gleichzeitiger Anhebung der Steuern auf Vermögen und höhere Einkommen sowie einer internationalen Finanztransaktionsteuer, des Verbotes von Swaps und letztendlich einer Vergesellschaftung des Finanzkapitals. Außerdem wäre ein europäischer Ebene koordiniertes Investitionsprogramm von Nöten, denn aus einer Krise, so muss die Erfahrung aus den 30er Jahren und der japanischen Bankenkrise sein, kann man sich nicht heraus sparen sondern nur herauswachsen.

Schon wieder Zossen?!

Informationsveranstaltungen

Samstag, 29. Mai, 18 Uhr Jugendfreizeitheim, Erich-Weinert-Strasse 9, Königs-Wusterhausen

Dienstag, 1. Juni, 21 Uhr: F 54, Friedelstrasse 54, Berlin-Neukölln

Mittwoch, 2. Juni, 18 Uhr: KLAB, Beelitzer Tor 10, Luckenwalde

Dienstag, 8. Juni, 18 Uhr: Black Fleck, Zeppelinstrasse 26, Potsdam

NS-Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen

Zossen, eine kleine Stadt bei Berlin, ist zu einem Tummelplatz von Nazis geworden. Diese treten aggressiv auf und sind überregional gut vernetzt. In den vergangenen anderthalb Jahren drohten sie lokalen Antifaschistinnen mit Mord, beschädigten deren Häuser, schmierten Naziparolen und störten wiederholt antifaschistische Gedenkkundgebungen mit antisemitischen und nationalsozialistischen Parolen. Selbst vor Brandanschlägen schrecken sie nicht zurück – in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010 brannten sie das Zossener Haus der Demokratie nieder. Als wäre all das nicht schon übel genug, geht nun auch noch die NPD in Zossen und Umgebung verstärkt auf Mitgliederfang.

Wir sind es leid, den nazistischen Aktivitäten tatenlos zuzusehen und organisieren deshalb am 12. und 13. Juni ein antifaschistisches Aktionswochenende mit Demo, Camp, Infoveranstaltungen und Konzert in Zossen, um ein deutliches Zeichen gegen Nazis zu setzen. Kommt zahlreich! Das Wochenende soll zudem die Vernetzung von engagierten Leuten verbessern. Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und
kapitalistischem Verwertungszwang!

Antifaschist_innen, organisiert Euch!

Der neue Crash oder Fehlalarm?

veröffentlicht in der Linksblick Ausgabe Mai 2010

Die Financial Times Deutschland titelte in ihrer Mittwochausgabe vom 20.März “Fehlalarm in Fernost”. Gemeint waren damit die unglaublichen Steigerungsraten der Immobilienpreise in China und den sogenannten Tigerstaaten, die mit einer einhergehenden Inflation gekoppelt sind. In Chinas Großstätten sind die Preise für Immobilien zum Vorjahr 2008 um 20% gestiegen, seit der Krise und dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers um ganze 12% und hatte damit als einziger Immobilienmarkt der Welt zweistellige Wachstumsraten. Gleichzeitig gibt es einen grandiosen Boom auf den Aktienmärkten in Asien. Der Aktienindex MSCI Asia hat nach dem Zusammenbruch Ende 2008 fast seinen Höchststand vom 08.03.2007 erreicht. Das alles geht einher mit einer hohen Inflationsrate um rund 12%, in Indien sogar 17%. Vor allem Lebensmittel wie Kartoffeln (+53%) und Zucker (+59%) steigen rapide und lassen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter wachsen. Die Financial Times meint, dass dies alles normale Ursachen hat und vor allem in dem vermehrten Reichtum der asiatischen Staaten liegt.

Unserer Meinung nach liegt die Ursache in dem höchsten Konjunkturprogram der Weltgeschichte, das China nach der Lehmannpleite geschnürrt hat um seine Binnenkonjunktur anzukurbeln und die Produktion zu erneuern. Durch den gleichzeitigen Tiefstand des Yuang, mit dem sie zum „producer of last ressort“ wurden, wurde massiv viel Geld in den chinesischen Geldkreislauf geworfen, der es ermöglichte, auch für normale Menschen, sich per Kredit eine Wohnung zu kaufen. Wenn man sich Kreditvergabe in Asien anschaut, erkennt man, das viele Menschen schon ihren Zweit- und Drittkredit aufgenommen haben um Häuser zu refinanzieren. Zwar steuern die meisten Länder schon dagegen und veranlassen die Banken dazu, ihre Eigenkapitalrendite zu erhöhen, jedoch wissen wir seit der Krise, dass das Basel I-Abkommen, durch CDS und CDOs relativ leicht umgangen werden kann. Da es bisher auch keine neuen Vereinbarungen zu dem Thema gibt, ist dies auch weiterhin möglich!

Allem in Allem scheint die derzeitige Blase in Asien, ganz im Gegenteil zu Urteil der “Experten” wirklich eine Blase zu sein. Sie erinnert in ihrem derzeitigen Verlauf an die japanische Bankenkrise oder an die Subprime-Krise. Nun kommt es drauf an, wie die Zentralbanken, vor allem die chinesische Zentralbank darauf reagiert. Die japanische Bankenkrise sowie Subprime-Crises wurden am Ende durch die Erhöhung des Leitzinses und der dadurch eingeleiteten Aufwertung der Währung ausgelöst. Gerade China steht kurz bevor, aufgrund des massiven Drucks von Seiten der USA, den Yuang aufzuwerten und die Leitzinsen zu erhöhen. Sollte das geschehen, muss die Kreditvergabe zurückgehen und dann wird es spannend, ob die sogenannten “Experten” der Financial Times Deutschland Recht haben oder wie auch bei der  Subprime-Crises  falsch liegen. Sollte die Explosion weniger auf Spekulationen beruhen, wird nix passieren, ansonsten gibt es den zweiten großen Crash!

Pfingsten schon was vor?

Linkes Pfingstcamp in Frauensee
Frauensee | 21. bis 24. Mai 2010 | Jetzt anmelden unter www.linkes-pfingstcamp.de

Wasser plätschert, Bienen summen, die Sonne scheint dir auf den Bauch – und du diskutierst gerade über eine bessere Gesellschaft. Dann bist du beim linken Pfingstcamp am Frauensee. Zusammen mit 300 anderen Jugendlichen erlebst du Pfingsten mal ganz anders, mit Workshops, Diskussionen, Aktionen, Grillen, Party und allem, worauf du Lust hast. Nimm deine Homies gleich mit und meldet euch schnell an.

Auch die Linksjugend['solid] Teltow-Fläming ist dieses Jahr wieder mit dabei! Wenn du fragen oder Anmerkungen hast, oder einfach Bock hast mit uns hinzufahren, dann melde dich einfach bei uns!

Wir sehen uns am Frauensee!

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Linker Fläming United 2.0

Nach den letzten Aktivitäten der Neonaziszene ind Teltow-Fläming, insbesondere in der Stadt Zossen, hat sich das Aktionsbündnis “Linker Fläming United” in verstärkter Formation neu zusammengefunden um gemeinsam und solidarisch den Kampf gegen Rechtsextremismus in Teltow-Fläming anzugehen. Auch die Linksjugend['solid] Teltow-Fläming wird wieder im Aktionsbündnis dabei sein und tatkräftig mitarbeiten. Ziel des Bündnisses ist ein antifaschistisches Aktionswochenende im kommenden Sommer zu veranstalten um den Neofaschisten in Zossen keinen öffentlichen Raum mehr überlassen. Wir dokumentieren daher die erste Pressemitteilung des Bündnisses “Linker Fläming United”:

Gemeinsam gegen Nazis

Das antifaschistische Bündnis „Linker Fläming United“ nimmt erneut den Kampf gegen Nazis auf.

Aufgrund des Brandanschlags auf das „Haus der Demokratie“ im Januar diesen Jahres und der jüngsten Morddrohungen gegen engagierte Bürgerinnen der Initiative „Zossen zeigt Gesicht“, hat sich das antifaschistische Bündnis „Linker Fläming United“ gegen (Neo-)Nazis im Kreis Teltow-Fläming in neuer Konstellation zusammengefunden. Das Bündnis trat zum ersten Mal 2009 in Erscheinung aus Protest gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen Kameradschaft „FKTF“ in Luckenwalde. Eine vom Bündnis organisierte bunte Gegendemonstration, mit fast 500 teilnehmenden Personen, stahl damals den Neonazis die Show.

Am Erfolg anknüpfen – antifaschistisches Aktionswochenende 2010
An diesen Erfolg soll nun angeknüpft werden. Es liegt ein neues ehrgeiziges Projekt vor. In spektrenübergreifender Zusammenarbeit von Jugendorganisationen, Verbänden, Parteien und linken Gruppen, soll ein gemeinsames „Aktionswochenende“ im Sommer 2010 gegen (Neo-)Nazistrukturen in Zossen auf die Beine gestellt werden. Interessante Vorträge, eine Podiumsdiskussion, und eine Bündnisdemonstration werden hierbei das Rahmenprogramm für vielfältigen und kreativen Protest gegen faschistische Gewalt bilden. Nathan Rosenthal, der Sprecher des Bündnisses dazu:: „Wir werden gemeinsam dafür sorgen, dass den Nazis an diesem Wochenende kein öffentlicher Raum zur Verfügung stehen wird. Wir lassen uns von ihrem Terror nicht einschüchtert, sondern werden gemeinsam und solidarisch  für eine lebenswerte Stadt, ohne Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus kämpfen!“.

Zossen als Mittelpunkt des brauen Terrors
Die brandenburgische Kleinstadt Zossen lag in den letzten Monaten immer wieder im Zentrum des medialen Interesses. Junge Faschisten tyrannisierten kritische Anwohner und alternative Jugendliche, brannten zusammen das „Haus der Demokratie“ nieder, störten massiv den internationalen Holocaustgedenktag, schmierten unzählige Hakenkreuze an öffentliche Gebäude und bedrohten andere Menschen sogar mit dem Tod. Zudem bemühen sich Nazikader aus Brandenburg und Berlin derzeit, um die Etablierung fester Strukturen in Teltow-Fläming. Die Stadt Zossen wird von ihnen als ein besonderer Schwerpunkt wahrgenommen. So steht die rechtsextreme Partei „NPD“ in enger Verbindung zu der lokalen Neonaziszene und versucht diese für eine dauerhafte Arbeit in ihrer Partei zu instrumentalisieren.

Zossener Zustände bekämpfen
Der Bündnissprecher Rosenthal dazu: „Diese Zustände sind einfach nicht mehr hinnehmbar. Wenn Nazis glauben aus Zossen eine „nationalbefreite Zone“ machen zu können, dann werden wir uns ihnen entgegen stellen und zeigen, dass ihre menschenverachtende Ideen in Zossen keinen Platz haben!““
Für weitere Informationen und Kontakt können interessierte Personen und Gruppen schon jetzt die offizielle Homepage des Bündnisses besuchen, unter der Adresse: www.linker-flaeming.de.vu

No Pasaran! Sie kamen nicht durch!

Zum erste Mal konnte der alljährliche Neonaziaufmarsch am Tag des Bombardements Dresden verhindert werden! Am 13.Februar 2010 versuchte die rechtsextreme „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“ sowie die NPD in Dresden Neustadt eine Demonstration zum „Gedenken an die Opfer des Alliierten Bombardements auf Dresden„ zu veranstalten.

Dies wurde jedoch durch das Bündnis „Dresden Nazifrei“, an dem sich verschiedene Parteien, Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen, unter anderem die Partei DIE LINKE sowie deren Jugendverband „Linksjugend[´solid] beteiligt hatten, verhindert. Die Linksjugend ['solid] Brandenburg hat gemeinsam mit dem Studierendenverband Linke.SDS 6 Busse, mit über 300 Aktivistinnen und Aktivisten, nach Dresden organisiert. Insgesamt sind über 200 Busse aus dem gesamten Bundesgebiet in die sächsische Landeshauptstadt gefahren.

Obwohl Polizei, Presse und die Stadt Dresden im Vorfeld versucht hat das Bündnis und die Blockade zu kriminalisieren, folgten rund 12 000 Menschen dem Aufruf um ein Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzten. Durch Massenblockaden an drei verschiedenen Orten, Hansaplatz, Leipziger Platz und Albertplatz wurde der Aufmarsch der Neonazis blockiert. Trotz des massiven Aufgebots der Polizei, die immer wieder versuchte den rund 4500 Rechtsextremen den Weg frei zu prügeln und immer wieder Tränengasgranaten und Pfefferspray gegen die friedlichen antifaschistischen Demonstranten einsetzte, gelang es ihr nicht die Blockaden aufzulösen. Die rund 5000 Neo- und Altfaschist_Innen aus ganz Europa mussten auf dem Vorplatz des Bahnhofs Dresden Neustadt ausharren um dann am Abend, ohne Demonstration den Weg nach Hause anzutreten.

Mit dem friedlichen und deeskalierenden Konzept des zivilen Ungehorsams konnte der Naziaufmarsch in diesem Jahr gestoppt werden, was ein großer Erfolg der antifaschistischen Bewegung und ein Zeichen an die Dresdner-Bürgermeisterin Helma Orosz, das nur eine direkte Blockade und keine Menschenkette etwas gegen die Faschist_Innen ausrichtet.

Auch im nächsten Jahr werden wir wieder mit dabei sein und die Nazis daran hindern, ihre menschenverachtende und geschichtsrevisionistische Ideologie in Dresden zu verbreiten. Auch 2011 heißt es:

No Pasaran! Sie kommen nicht durch!

Kein ruhiges Hinterland

In der Nacht des 22. zum 23. Januar ist das „Haus der Demokratie“ in Zossen, durch zurzeit unbekannte Ursachen, niedergebrannt.

Vieles deutet auf einen Brandanschlag von lokalen Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaft „Freien Kräfte Teltow-Fläming“ hin. Sollte sich dies bewahrheiten, stellt dieser Anschlag bei dem die gerade öffentlich gezeigte Ausstellung „Jüdisches Leben in Zossen“ verbrannt ist, einen der schlimmsten antisemitischen Anschläge im Land Brandenburg seit dem Brandanschlag auf die „Jüdische Baracke“ in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr 1992 dar.

Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, als Begründerin des Hauses, engagiert sich seit einiger Zeit in einem breiten Bündnis gegen faschistische Strukturen in Teltow-Fläming und versucht durch selbstorganisierte Projekte eine kritische Zivilgesellschaft zu fördern.

Am kommenden Mittwoch, den 27. Januar, wird eine große Gedenkveranstaltung in der Zossener Innenstadt stattfinden. Anlass ist der „Internationale Holocaustgedenktag“. Karl Stenzel, 94 Jahre alt, Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – VVN-BdA“, ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausens, wird in diesem Zusammenhang über sein Leben im Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror berichten. Wegen des Brandes wird er nun im Saal der Kirchengemeinde Zossen am Kirchplatz 4 sprechen. Auch wenn Neonazis in Zossen nicht davor zurück schrecken, Angst und Terror zu verbreiten, sind die Zossener AntifaschistInnen nicht bereit, Ihnen das Feld zu überlassen.

In diesem Zusammenhang bezeichnend für die politische Lage in Zossen ist auch ein Kommentar der Zossener Bürgermeisterin, Michaela Schreiber. Diese verharmloste die Gefahr durch Nazis in ihrer Stadt und verwies auf eine Mitschuld der Bürgerinitiative, welche „zu links“ bzw. kritisch wäre und dadurch den Zorn der Nazis natürlicherweise anziehen würde. Das die Bürgermeisterin mit solchen Aussagen politische Anknüpfungspunkte für Nazis herstellt, nimmt diese unkritisch in Kauf. Das faschistische Problem in Zossen wird somit von ihr verneint und auf einen Zustand reduziert, welcher nur hervortrete, wenn Nazis provoziert werden würden. Das dieser Ansatz nicht nur falsch ist, sondern die schlechten „Zossener Zustände“ noch verhärtet, anstatt diese progressiv zu lösen, stellt ein großes Problem für weiteres antifaschistisches Vorgehen dar.

„Dies stellt ein Schlag ins Gesicht für die Menschen dar, die sich offen den Nazis entgegenstellen und für eine demokratische politische Kultur in Zossen streiten. Die Bürgermeisterin verkennt ganz offensichtlich die politischen Bedeutung dieses antisemitischen Anschlages“, so Hannes Püschel, Mitglied des Landesvorstandes der VVN-BdA Brandenburg.

Um diesen fatalen politischen Tendenzen in Zossen effektiv entgegenzuwirken, rufen wir Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, sich an der Gedenkkundgebung in Zossen zu beteiligen und ihre Solidarität mit den Betroffenen von rechter und antisemitischer Gewalt zu zeigen.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“. (Schwur von Buchenwald)

Antifaschistische Gedenkkundgebung: Marktplatz Zossen / 17 Uhr
Zeitzeugengespräch: Kirchplatz 4, Saal der Kirchengemeinde / 19 Uhr

Diesen Aufruf unterstützen:

VVN-BdA e.V. – Land Brandenburg
VVN-BdA Potsdam-Mittelmark-Fläming
Autonome Antifa Teltow-Fläming [aatf]
Linksjugend Solid` TF
Soziale Unruhe Blankenfelde [SUB]
Linke Fläming United [LFU]

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Die Linksjugend['solid] Brandenburg zeigt sich entsetzt über den Verlust des Hauses der Demokratie und solidarisiert sich mit der Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus, „Zossen zeigt Gesicht“.

Obwohl das Projekt von der Stadt Zossen und seiner Bürgermeisterin immer wieder torpediert wurde, entwickelte sich das Haus der Demokratie zu einem Treffpunkt von antifaschistischen, antirassistischen und sozialen Gruppen und wurde für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. So verschwand in den Flammen nicht nur eine wichtiger Treffpunkt für demokratische Projekte sondern auch eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Zossen sowie eine Vielzahl politischer Bücher. Der Verlust des Hauses ist ein schwerer Schlag für die demokratischen Strukturen in Zossen und darüber hinaus.

Es wird davon ausgegangen, dass es sich um einen Brandanschlag von Rechtsextremen gehandelt hat. Sollte sich dies bewahrheiten, ist dies der vorläufige Höhepunkt einer nun schon zwei Jahre langen andauernden Auseinandersetzung mit Neofaschist_Innen in Zossen, in dessen Verlauf sich die Bürgerinitiative gegründet hat.

Auch deshalb rufen wir alle Menschen dazu auf, sich an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust, am 27.Januar 2010 um 18 Uhr, in Zossen zu beteiligen. Der Kampf gegen Faschist_Innen geht uns alle an und wird auch in Zossen weitergeführt!

Mehr Infos unter http://www.zossen-zeigt-gesicht.de

Gemeinsam nach Dresden! Naziaufmarsch verhindern!

Letztes Jahr folgten rund 4000 Neofaschisten aus der ganzen Welt dem Aufruf der NPD und der der  Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) und konnten ungestört, geschützt durch die Polizei, ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten. Ihr Ziel ist das Gedenken an die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Durch Begriffe wie “Bomben-Holocaust” sollen die grausamen Verbrechen des faschistischen Deutschlands und seiner Akteure relativiert und Ressentiments gegen die damaligen Kriegsgegner geschürt werden. Aus Befreiern sollen Besatzer werden. Bis zu 9000 Neonazis werden erwartet, die auch dieses Jahr wieder durch Dresden marschieren und die Geschichte verdrehen wollen.

Diesem Treiben wollen wir uns konsequent entgegen stellen und versuchen den Aufmarsch zu verhindern. Zusammen mit vielen außerparlamentarischen Bündnispartner wird Die Linksjugend ['solid] wird auch im Jahr 2010 wieder versuchen, den größten Nazi-Aufmarsch Europas zu verhindern, der am 13. Februar in Dresden stattfinden soll. Deswegen organisieren wir gemeinsam mit dem Studierendenverband Linke.SDS  Busse nach Dresden.

Auf der Seite der Linksjugend[`solid] Brandenburg könnt ihr euch für die folgenden Busse nach Dresden anmelden.

Bus am Freitag, 12.02., 17 Uhr aus Potsdam (Zwischenhalt in Cottbus)

Beide Busse fahren Samstagabend zurück (genaue Infos wie Abfahrtsort bekommst du nach Anmeldung und Bestätigung per Mail). Tickets hin und zurück kosten für Mitglieder und aktive Sympthathisant_Innen 10€, sonst 20€.

No Pasaran – Sie kommen nicht durch!

Internationaler Holocaustgedenktag

Am 27.Januar 2009 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 65. Mal. Dieses KZ steht symbolisch für die Millionen Menschen, die durch der Vernichtungspolitik des DeutschenFaschismus zum Opfer fielen. Dieser Opfer des größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte wollen wir am 27.1 in Zossen weltweit gedenken.

Aufgrund des Datums veranstaltet die Bürgerinitiative “Zossen zeigt Gesicht” um 18.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz in Zossen. Dabei werden die Namen der Opfer des deutschen Faschismus verlesen und Kerzen für diese entzündet.

Am selben Tag organisiert der VVN-BdA Teltow-Fläming im Haus der Demokratie  eine Gesprächsrunde mit dem Zeitzeugen und Holocaustüberlebenden Karl Stenzel ein.  Karl Stenzel, 94 Jahre alt ist Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausens. Eingebettet in einem gesellschaftskritischen Kontext wird dieser über seine persönlichen Erfahrungen aus jener Zeit berichten und versuchen, politische Lehren aus dem Vergangen für das Gegenwärtige zu ziehen.

Die Linksjugend['solid] Teltow-Fläming Nord ruft alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, sich an der Gedenkveranstaltung in Zossen zu beteiligen.

Hier nochmal alle Infos:

27.01.2010
Gedenkveranstaltung für die Opfer des deutschen Faschismus
18.00 Uhr auf dem Marktplatz Zossen

27.01,2010
Ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Karl Stenzel
19.00 Uhr im Haus der Demokratie in Zossen

Videokanal


Castor? Schottern!


Sparpaket stoppen!


Communism? Make it real!


La Rage!