Wir in der Presse
Artikel in der Märkischen Allgemeinen Zeitung
Innenstadt wird zeitweise gesperrt
ZOSSEN – „Schon wieder Zossen?“ lautet das Motto eines antifaschistischen Aktionswochenendes, das an diesem Samstag und Sonntag in Zossen stattfinden soll. Organisiert wird es von einem Aktionsbündnis namens „Linker Fläming United“, das sich unter anderem aus der Linksjugend Solid Teltow-Fläming, den Jusos Teltow-Fläming, den Jungdemokraten/Junge Linke Brandenburg, den Falken und der Autonomen Antifa Teltow-Fläming zusammensetzt.
Mit „kreativem Protest“ wolle man der NS-Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen, so Bündnissprecher Nathan Rosenthal gestern gegenüber MAZ. „Wenn Nazis glauben, aus Zossen eine ,national befreite Zone’ machen zu können, dann werden wir uns ihnen entgegenstellen und zeigen, dass ihre menschenverachtenden Ideen in Zossen keinen Platz haben.“ Gemeinsam wolle man für eine „lebenswerte Stadt ohne Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus“ kämpfen.
Das Aktionswochenende beginnt am Samstag um 13 Uhr im neuen Haus der Demokratie in der Fischerstraße 26. Dort wird Rolf Gössner, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, über den staatlichen Umgang mit Neonazismus und rechter Gewalt referieren. Um 15.30 Uhr soll ab dem Bahnhof ein Demonstrationszug bis zum Marktplatz stattfinden. Und von 18 bis 22 Uhr soll ein öffentliches und kostenloses Open-Air-Konzert auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Haus der Demokratie stattfinden. Dort wollen die Teilnehmer auch über Nacht campen. Am Sonntag wird eine Stadtführung zu den Stätten jüdischen Lebens in Zossen führen.
Die Organisatoren rechnen trotz des Beginns der Fußball-Weltmeisterschaft mit etwa 300 Teilnehmern. Sie kämen größtenteils aus dem Kreis Teltow-Fläming oder stammten von hier, wohnten inzwischen aber in Berlin oder Potsdam, so Rosenthal.
Die Polizei werde stark vertreten sein, kündigte deren Pressesprecherin Svea Kallies gestern gegenüber MAZ an. Wegen der beiden Demonstrationen werde am Sonnabend das Stadtzentrum ab 8 Uhr nur eingeschränkt befahrbar sein. Zwischen 15 und 18 Uhr komme es zu zeitweiligen Vollsperrungen der Durchfahrtstraßen B 96 und B 246. Auch am Sonntag würden beide Bundesstraßen zwischen 13 und 15 Uhr zeitweilig für den Verkehr voll gesperrt. Die Polizei empfehle, die Stadt Zossen in den genannten Zeiträumen zu meiden oder auf den ausgeschilderten Umleitungsstrecken weiträumig zu umfahren. (Von Hartmut F. Reck)
(MAZ vom 10.06.2010)
ZU EINEM AUFRUF DER LINKSJUGEND Keine Stimme den Nazis
Wir rufen alle Bürger des Landes Brandenburg am 28. September 2008 dazu auf, Verantwortung für ihren Kreis und ihre Gemeinde zu zeigen. Machen Sie ihr Kreuz bei den demokratischen Parteien und geben Sie keine Stimme den Nazis von NPD und DVU. Diesmal möchten die Nazis der NPD und DVU flächendeckend in alle Kreistage und in alle relevanten Kommunalparlamente einziehen. Bestärkt durch ihre Erfolge in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern will die NPD sich auch hier in den Kommunen verankern, eigene Parteistrukturen aufbauen, um dann, 2009 in den Landtag einzuziehen. Darüberhinaus versuchen die Nazis, in Vereinen und Bürgerinitiativen mitzuwirken. Dadurch gibt es meist mehr Aktivitäten im Umkreis zu verzeichnen. Mit Schülerzeitungen, Kinderfesten, Demos und Infoständen versuchen sie an den alltäglichen Rassismus anzudocken und sich als Alternative zum Sozialabbau der Regierung darzustellen. Unterstützt werden die beiden Parteien tatkräftig von den gewalttätigen Neonazis aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“. Auch in Teltow-Fläming sind immer mehr Aktivitäten der rechtsextremen Parteien zu verzeichnen. So tauchen immer wieder in Blankenfelde, Wünsdorf, Zossen und Rangsdorf und anderen Orten in Teltow-Fläming rechtsextreme Sprühereien und Plakate auf. Ganze Bahnhöfe sind mit Aufklebern der NPD und deren Jugendorganisation sowie der Freien Kameradschaften verschandelt. Wir, die Linksjugend (Solid) Teltow-Fläming Nord, stellen uns gemeinsam mit Jugendorganisationen anderer Parteien und Gewerkschaften sowie Antifagruppen unter dem Motto „Keine Stimme den Nazis“ gegen diesen Trend. Gemeinsam wollen wir der NPD und DVU einen Strich durch die Rechnung machen und den Einzug der Neonazis in die Kreis-und Kommunalparlamente verhindern. Keine Stimme den Nazis, weder im Parlament, noch auf der Straße oder im Verein.
Nathan Rosenthal,
Sprecher der Linksjugend (Solid) Teltow-Fläming Nord
(MAZ vom 25.09.2008)
LINKSJUGEND: Livemusik zog junge Leute nach Zossen
Musikalischer Wahlkampf-Auftakt
ZOSSEN – Eine Musikveranstaltung unter dem Motto „Bewege Deinen Hintern und Dein Geist wird folgen“ zog am Wochenende viele Jugendliche ins E-Werk. Und das, obwohl keine Plakate für den Termin warben und auch das Internet nur Vorinformierten spärlich Aufschluss darüber gab. Der Veranstalter, die Linksjugend Solid TF, hatte seit Mai über ihre etwa 30 Mitstreiter gezielt Einladungen in Schulen, Klubs und Treffpunkten von Jugendlichen verteilt. Drei Bands und drei DJ’s aus der Region und Berlin bestritten die Party.
„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir ohne Ausgrenzung und Rassismus feiern können. Rechte Gedankengutträger sind bei unseren Veranstaltungen nicht erwünscht“, so ein Sprecher, der seinen Namen nicht nennen wollte und auch auf die Hierarchiefreiheit seiner Organisation hinwies. Mit der Polizei sei im Vorfeld gesprochen worden. Ein A4-Zettel am Eingang wies darauf hin, dass Rechte und deren Sympathisanten keinen Einlass fänden. Wehrhaft aussehende Breitschultrige unterstrichen das am Einlass. Die meisten Besucher kamen einfach nur, weil die Mund-zu-Mund-Propaganda einen Abend mit viel Livemusik und Spaß verhieß.
„Das Motto des Abends kann man doch nur befürworten“, sagte Fabian, Bassgitarrist von „The Crooners“. Die Band aus Berlin spielte, weil ein Mitglied der Linksjugend angehört.
Auch „The Ricards“, die Schulband des Gymnasiums Rangsdorf, hatte ihren Auftritt. Die Mitglieder, die kürzlich das Abitur ablegten, nutzten gern dieses Angebot für eine Live-Performance. Viele Freunde und Eltern der Musiker waren unter den Besuchern, ein Tisch war mit fast einem Dutzend Rangsdorfer Fans besetzt. Es herrschte eine entspannte, freundliche Atmosphäre. Während der Bandauftritte fand sich das Publikum im Saal ein, ansonsten bevorzugten die Gäste eindeutig den Aufenthalt unter dem lauen Sommernachtshimmel am Kanal.
Dass die Linksjugend mit dieser ersten größeren Veranstaltung zum Kommunalwahlkampf in der Region mobilisieren wollte, wusste kaum jemand. (Von Andrea von Fournier)
POLITIK: Linksjugend Nord TF gegründet
RANGSDORF – Eine neue Basisgruppe des sozialistischen, antifaschistischen, basisdemokratischen und feministischen Jugendverbandes Linksjugend Solid gründete sich am Sonnabend in Rangsdorf.
„Wir sind gekommen um zu bleiben, und um dieser Region einen Impuls nach Links zu geben“, heißt es zur Gründung dieser neuen Solid-Basisgruppe Teltow-Fläming Nord. Weil ungeschützte Arbeit und Arbeitslosigkeit immer mehr zunähmen, „auch im Jugendbereich“, sehe die Solid-Basisgruppe ihren Schwerpunkt „vor allem im Bereich der Bildungs- und Jugendpolitik“. Die Jugendlichen sprechen sich „für eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems aus und kämpfen für die Schaffung einer Einheitsschule, indem Konkurrenzdruck sowie Aussortierung nach der 4. beziehungsweise 6. Klasse Fremdwörter sind“. Gleichzeitig wolle sich die Basisgruppe dafür einsetzen, dass bestehende Jugendprojekte erhalten und gefördert und gleichzeitig neue angeboten würden.
„Wir stehen für einen internationalen demokratischen Sozialismus, der die Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihr Geschlecht diskriminiert und ausgrenzt“, heißt es weiter. Nationen würden geschaffen, „um die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und sie dadurch zu spalten, damit mensch sie besser ausbeuten kann“. Die neue Basisgruppe begrüße ein Zusammenrücken der Staaten vor allem in Europa, kritisiere jedoch „ganz heftig die derzeitige Politik der Europäischen Union, die auf Wirtschaftsliberalismus und Abschiebung basiert“. Solid bezeichnet sich als demokratisch-sozialistische Jugendorganisation, sie strebe einen demokratischen Sozialismus an und sei für verschiedene linke Strömungen offen. Sie sei ein parteinaher Jugendverband, die Jugendorganisation der Partei Die Linke, in der junge Parteimitglieder gleichberechtigt zu Parteiunabhängigen organisiert seien. (MAZ)

